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Instrumentenkunde

Instrumentenkundliches Kabinett

  Geschichte und Bau der barocken Trompete
Ausstellung vom 02.11.2012 - 07.04.2013, kuratiert von Annette Otterstedt
(Online-Redaktion: Elisabeth Heil)
 

Instrumentenkunde (Organologie) ist eine Disziplin der Musikwissenschaft, die sich der Erforschung und Beschreibung von Musikinstrumenten widmet und sich seit ihrer Etablierung durch   Curt Sachs fachübergreifend Hilfsmittel und Techniken vornehmlich der Kunstgeschichte, aber auch der Ethnologie und der Physik bedient.

Aufgabengebiete sind u.a. die historische Einordnung von Musikinstrumenten speziell in Bezug zur Musikgeschichte anhand technischer, stilistischer und aufführungspraktischer Merkmale, die systematische Erfassung von Instrumenten sowie deren Beschreibung und Katalogisierung, die Erforschung spieltechnischer Möglichkeiten (Aufführungspraxis) und die Analyse akustischer Phänomene von Instrumenten. In Zusammenarbeit mit Naturwissenschaftlern, Fachrestauratoren und Instrumentenmachern werden zudem Materialtests z. B. am    Rathgen-Forschungslabor der Staatlichen Museen Berlin ausgearbeitet und durchgeführt sowie historische Handwerkstechniken des Instrumentenbaus analysiert und mit Hilfe von Nachbauten überprüft.

So helfen neueste Methoden der Akustik den Instrumentenkundlern und den Restauratoren am Musikinstrumenten-Museum, Klänge historischer Instrumente zu konservieren, zu analysieren und bei Restaurierungen oder Nachbauten gegebenenfalls zu optimieren. Dabei wird sowohl das Instrument als ganzes aufgenommen und analysiert als auch separat einzelne schallabstrahlende Teile (z. B. Resonanzboden oder Besaitung).

Einzelne Klangphänomene werden detailliert untersucht und dokumentiert. Auf diese Weise kann etwa eine ungewöhnliche Cembalobesaitung oder der Einschwingvorgang bei restaurierten alten Orgelpfeifen optimiert werden. Im Idealfall helfen die akustischen Untersuchungen dem Instrumentenkundler zu entscheiden, welche Bauteile eines Instruments original und welche Zutaten aus späterer Zeit sind. Stehen für eine Restaurierung nicht mehr die ursprünglich verwendeten Materialien zur Verfügung, so können mit Hilfe akustischer Tests verschiedenster Materialien diejenigen ausgewählt werden, welche der originalen Substanz am nächsten kommen.

Ein Schwerpunkt liegt deshalb bei der systematischen Erfassung des gesamten spielbaren Instrumentenbestands des Museums in einem Klangarchiv. Neben der Aufnahme von hauseigenen Instrumenten in den Museumskonzerten werden verschiedene Stadien beim Restaurierungsvorgang selbst (z. B. im alten Zustand und dann nach erfolgreicher Restaurierung) akustisch festgehalten.

Viele dieser Tonaufnahmen des SIM-Studios finden Eingang in die   CD-Reihen Klingendes Museum und Klingendes Museum live.